Wissenswertes

Vom Bauerndorf zum Wohndorf

Bäuerlicher Alltag in Hochwald

Bäuerlicher Alltag zirka 1930

Urkunde 4a

Urkundlich älteste Erwähnung von Hochwald

Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung von Hochwald stammt aus einer Urkunde des Bischofs von Basel, die zwischen dem 25. Dezember 1225 und dem 24. Dezember 1226 ausgestellt wurde. Darin bestätigt der Bischof den rechtmässigen Besitz verschiedener Ländereien des Klosters Schöntal; unter den aufgeführten Gütern wird auch «im Dorfe Hochwald eine halbe Hube» genannt. Dieser damals alltägliche Rechtsakt ist für die Geschichte Hochwalds von besonderer Bedeutung, da er die älteste bekannte schriftliche Erwähnung des Dorfes darstellt. Das Original der Urkunde wird im Staatsarchiv Basel-Stadt (Klosterarchiv Schöntal, Urkunde 4a) aufbewahrt.

Bild: Urkunde 4a, Klosterarchive Schöntal

Steinhacke

Von den ersten Siedlern zum Bauerndorf

Die Geschichte Hochwalds ist eng mit der Landwirtschaft verbunden. Über Jahrhunderte prägten Bauern das Dorf und seine Entwicklung. Erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis ins Neolithikum (ca. 4000 – 2000 v. Chr.) zurück. Eine damals gefertigte Steinhacke, die auf Gemeindegebiet gefunden wurde, gilt als einzigartig für die Schweiz. Alemannische Gräber aus dem 5. Jahrhundert belegen eine frühe Siedlungstätigkeit.

Die Entstehung des Dorfes

Hochwald wurde erstmals 1225/1226 als «Honwald» urkundlich erwähnt. Der Name weist auf eine spätalemannische Gründung zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert hin. Aufgrund seiner Lage auf dem Gempen-Plateau eignete sich das Gebiet besonders für die Landwirtschaft.

Bild: Steinhacke

Schlacht bei Dornach

Vom Fürstbistum Basel zu Solothurn

Im Mittelalter gehörte Hochwald zum Fürstbistum Basel. Mehrfach wechselten Besitz- und Herrschaftsrechte durch Verpfändungen und Verkäufe. Am 1. März 1509 wurde Hochwald endgültig an den Stand Solothurn verkauft und gehört seither zum Kanton Solothurn.

Unruhige Zeiten

Wie viele Dörfer der Region blieb Hochwald von den grossen Ereignissen der Geschichte nicht verschont. Im Schwabenkrieg (1499) wurde das Dorf geplündert und mehrfach von Bränden heimgesucht. Auch die Bauernaufstände des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die Französische Revolution und die Helvetische Republik brachten politische und gesellschaftliche Veränderungen mit sich.

Bild: Schlacht bei Dornach vom 22. Juli 1499

Hochwald zirka 1920

Der Weg zur modernen Gemeinde

Mit der Helvetischen Republik (1798) wurden feudale Rechte wie Zehnten und Grundzinsen aufgehoben. Die Gemeinden erhielten mehr Selbstverwaltung – ein wichtiger Schritt zur heutigen politischen Organisation. Die Bundesverfassung von 1848 legte schliesslich den Grundstein für den modernen Schweizer Bundesstaat.

Quellen zur Dorfgeschichte

Die Geschichte Hochwalds lässt sich anhand von Urkunden im Staatsarchiv Solothurn sowie den Gemeindebüchern nachvollziehen. Das älteste Dokument im Gemeindearchiv stammt aus dem Jahr 1717 und befasst sich mit Landbesitz und Pachtzinsen. Es vermittelt zusammen mit weiteren historischen Quellen ein eindrückliches Bild der Entwicklung des Dorfes.

Bild: Hochwald zirka 1920 und die Hauptstrasse Anfang der Fünfzigerjahre

Eine kurze Geschichte unseres Gemeindewappens

Gemeindewappen Hochwald

Das Gemeindewappen von Hochwald wurde am 18. August 1939 von der Gemeindeversammlung einstimmig genehmigt. Zuvor verfügte die Gemeinde über kein eigenes Wappen oder Siegel.

Anlass für die Schaffung vieler Gemeindewappen war die Landesausstellung 1939 sowie eine kantonale Initiative zur einheitlichen Gestaltung der Gemeindefahnen. Für Gemeinden ohne historisches Wappen entwickelten Heraldiker neue, sogenannte «redende Wappen», die den Ortsnamen oder die Geschichte symbolisch aufgriffen.

Das Hochwalder Wappen zeigt drei grüne Tannen als Hinweis auf den Ortsnamen sowie den weissen Baselstab auf rotem Grund als Erinnerung an die frühere Zugehörigkeit zum Fürstbistum Basel. Der Entwurf stammt von Dr. K. Glutznach einem Vorschlag von Dr. J. Kaelin.

Mit dem Regierungsratsbeschluss vom 16. Dezember 1941 wurden sämtliche Gemeindewappen des Kantons Solothurn offiziell bestätigt und registriert. Seither ist das Wappen ein fester Bestandteil der Identität der Gemeinde Hochwald.

Vom Strassendorf zur modernen Wohngemeinde

Die Siedlungsgeschichte von Hochwald ist eng mit der Lage auf dem Gempenplateau und den natürlichen Gegebenheiten der Landschaft verbunden. Bereits frühe Funde deuten auf eine sehr alte Besiedlung hin, und über Jahrhunderte entwickelte sich das Dorf als typisches Strassendorf in einer geschützten Geländemulde.

Bild: Einbettung der Dorfsiedlung heute mit Blick von der Ziegelschüren (Foto: Linda Dagli Orti)

Hochwald 1877

Frühe Siedlungsanfänge
Archäologische Funde in der Nähe der Ziegelschüren weisen auf eine germanische Siedlung bereits im 5. Jahrhundert hin. Bis ins 19. Jahrhundert prägten einfache Holzbauten das Dorfbild, weshalb auch immer wieder von Dorfbränden berichtet wird. Die Anfänge gehen vermutlich auf einen Dinghof zurück. Die Lage in der fruchtbaren, aber feuchten Mulde bot Schutz, aber auch enge räumliche Bedingungen. Landwirtschaft und einfache Wohnverhältnisse prägten die frühen Strukturen des Dorfes.

Bild: Karte des Eidg. Staatsbureau von 1877

Strassendorf

Das Strassendorf entsteht
Die topografische Lage in der langgezogenen Mulde führte zur Entwicklung eines kompakten Strassendorfs. Die Häuser wurden eng zusammengebaut, um wertvolles Kulturland zu schonen und sich gleichzeitig vor Wind und Wetter zu schützen. Viele Bauernhäuser aus dem 19. Jahrhundert prägen das Ortsbild bis heute. Die Karte von 1877 zeigt Hochwald bereits klar als Strassendorf in der langgezogenen Mulde. Die Bebauung konzentrierte sich auf wenige Gebäude entlang der Hauptachse sowie auf zwei lockere Seitenarme (Hinter der Linde sowie Oberdorfstrasse/Chilchenrain). Die meisten heute prägenden Bauernhäuser stammen aus dem 19. Jahrhundert und wurden als kompakte Natursteinbauten errichtet. Wohnteil, Stall und Scheune lagen unter einem Dach – typisch für das sogenannte Dreisässenhaus.

Bild: Strassendorf mit den beiden Seitenarmen

Höfli, Nettenberg

Das «Höfli» als Beispiel ländlicher Entwicklung
Am Nättenberg stand bis Mitte des 20. Jahrhunderts das sogenannte Höfli als einer der wenigen Höfe auf der Hochfläche. Es steht exemplarisch für die frühe, dünn besiedelte Landwirtschaftslandschaft. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verdichtete sich die Bebauung entlang der bestehenden Strukturen. Neue Bauernhöfe und Wohnhäuser entstanden, während die landwirtschaftliche Nutzung weiterhin das Dorf prägte. Erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts begann eine stärkere bauliche Entwicklung über den historischen Kern hinaus.

Die Siedlungsform blieb dabei stets eng mit der Landschaft verbunden: Die Mulde bot Schutz vor Wind und Regen, während die knappen fruchtbaren Böden eine kompakte Bauweise förderten, die bis heute das Ortsbild von Hochwald prägt.

Bild: Nättenberg 1957 mit Höfli, Steingrube und Schopf von Frau Homola (Flugaufnahme: Gabriel Tomek)

Hochwald heute

Mit der zunehmenden Bautätigkeit nach 1950 und der späteren Ortsplanung ab den 1970er-Jahren wurde die Entwicklung gezielt gesteuert. So entstand Schritt für Schritt die heutige Siedlungsstruktur von Hochwald zwischen gewachsenem Dorfkern und moderner Wohnnutzung.

Bild: Hochwald heute, Geoportal Kanton Solothurn

Hochwald in Zahlen

 

Einwohnergemeinde

  Haushaltungen540
  EinwohnerInnen1'279
  Lage624 m.ü.M.
  Gemeindebann836 ha, davon
  Waldfläche367 ha
BürgergemeindeBürgerland220 ha
  davon Wald150 ha
  Bürger 1222
  ansässig304
  auswärts918

Natur & Umwelt

Hochwald liegt im südlichen Teil des Tafeljuras auf dem Gempenplateau und bildet den Übergang zum Faltenjura. Die weitläufigen Hochflächen aus Kalkgestein prägen die Landschaft und beeinflussen seit jeher die landwirtschaftliche Nutzung. Der Gemeindebann wird im Westen von der Falkenflue, im Osten von der Bürenflue, im Norden durch den Anstieg Richtung Gempen und im Süden durch den Übergang nach Seewen begrenzt. Die erhöhte Lage auf dem Dorneckberg bietet zudem eindrucksvolle Ausblicke bis zu den Innerschweizer und Berner Alpen.

Bild: Eine der rund 50 aufgewerteten Hecken auf dem Gemeindebann (Foto: Linda Dagli Orti)

Naturinventar Hochwald

Unsere Natur

Vielfältige Landschaft mit wertvollen Lebensräumen
Hochwald ist geprägt von einer abwechslungsreichen Natur- und Kulturlandschaft. Das Dorf liegt in einer Kaltluftmulde, wodurch sich besondere klimatische Bedingungen ergeben. Die unterschiedlichen Böden – von kalkreichen Hochflächen bis zu feuchteren Mulden – bieten vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

Naturinventar als Grundlage für den Naturschutz
1994 liess die Einwohnergemeinde ein Naturinventar erstellen. Es dokumentiert ökologisch wertvolle Lebensräume und Einzelobjekte und bildet die Grundlage für Naturschutz, Pflege und Raumplanung. Erfasst wurden unter anderem artenreiche Wiesen, Hecken, Feuchtgebiete, Streuobstbestände, Gewässer, Quellen sowie markante Einzelbäume.

Blumenwiesen und Orchideen
Besonders wertvoll sind die artenreichen Wiesen und Weiden, vor allem entlang der Geländekante Rotenrain–Steigmatt–Holle. In den Gebieten Nauen und Wenstel wachsen sogar verschiedene Orchideenarten – ein Zeichen für eine intakte Natur.

Hecke Falkenfluefeld

Hecken – Lebensadern der Landschaft
Mit rund 50 inventarisierten Hecken besitzt Hochwald eines der charakteristischen Landschaftselemente des Dorneckbergs. Sie bieten zahlreichen Pflanzen, Vögeln, Insekten und Kleintieren Nahrung, Schutz und Lebensraum und prägen das traditionelle Landschaftsbild bis heute. 

Das Heckenprojekt Hochwald dient dem langfristigen Erhalt und der ökologischen Aufwertung von über 100 Feldgehölzen und Hecken, die als wertvolle Lebensräume und Vernetzungsachsen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dienen. Die Gemeinde investiert gezielt in deren fachgerechte Pflege und sichert so die Biodiversität nachhaltig.

Streuobstwiesen – wertvolle Kulturlandschaft
Streuobstbestände mit Hochstammbäumen waren einst typisch für Hochwald. Heute sind sie deutlich seltener geworden. Erhalten geblieben sind besonders schöne Bestände in Leimen, Glasrüti sowie bei den Höfen Obere Tüfleten und Herrenmatt. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten und prägen das Landschaftsbild.

Hochwald Waldrand

Naturnahe Waldränder
Waldränder bilden den Übergang zwischen Wald und offener Landschaft und zählen zu den artenreichsten Lebensräumen. Wo sie naturnah gepflegt werden, bieten sie zahlreichen Pflanzen und Tieren wertvolle Rückzugs- und Vernetzungsräume.

Markante Einzelbäume mit Geschichte
Zu den Naturdenkmälern Hochwalds gehören mehrere geschützte Linden und Eichen. Besonders eindrücklich ist die mächtige Eiche in der Oberen Tüfleten, deren Alter auf mehrere Jahrhunderte geschätzt wird. Sie gilt als Wahrzeichen und ist eng mit der Dorfgeschichte verbunden.

Hochwald Faltenjura

Von der Geologie

400 Millionen Jahre Erdgeschichte in Hochwald
Die Landschaft von Hochwald entstand über einen Zeitraum von rund 400 Millionen Jahren. Unter dem Dorf liegt ein uraltes Grundgebirge aus Granit und Gneis, darüber mächtige Kalk- und Sedimentschichten, die während der Jurazeit in einem tropischen Flachmeer abgelagert wurden.

Hochwald im Juragebiet
Vor 200 bis 135 Millionen Jahren lag Hochwald am Rand eines Korallenriffes im Jurameer. Später formten Hebungen, Verwerfungen und Erosion den heutigen Tafeljura. Eine markante Verwerfung westlich des Dorfes prägt das Landschaftsbild bis heute und beeinflusst Böden und Geländeformen.

Höhlen und Karstlandschaft
Der kalkreiche Untergrund ist von einem weit verzweigten Höhlensystem durchzogen. Regenwasser löst den Kalk über Jahrtausende auf und schafft Höhlen, Dolinen und unterirdische Wasserläufe. Diese typischen Karstformen prägen die Landschaft rund um Hochwald.

Höhle Hochwald

Das Milchlöchli
Das Milchlöchli ist die zweitlängste Höhle des nordwestschweizerischen Juras. Die rund 400 Meter lange Schachthöhle am Eichenberg ist von zahlreichen Sagen umgeben und gehört zu den bekanntesten Naturdenkmälern der Gemeinde.

Kristall- und Tropfsteinhöhlen
1972 wurde im Steinbruch bei Hochwald eine spektakuläre Kristallhöhle mit eindrucksvollen Kristallen und Tropfsteinen entdeckt. Eine weitere Höhle am Tüfletenberg beeindruckt durch ihre gut erhaltenen Tropfsteinformationen. Beide Höhlen stehen unter Schutz und sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Steinbrüche
Zwei Steinbrüche zeugen von der früheren Nutzung des hochwertigen Kalkgesteins. Der grössere Steinbruch wurde bis 1996 betrieben und soll heute schrittweise renaturiert werden.

Quellen und Grundwasser
Da das Regenwasser im Kalkgestein rasch versickert, gibt es auf dem Hochplateau kaum oberirdische Gewässer. Stattdessen fliesst das Wasser durch unterirdische Karstsysteme und tritt erst in tiefer gelegenen Tälern wieder als Quelle ans Tageslicht – unter anderem im Gebiet der Tüfleten und beim Hutzmebrunnen.

Flurnamen

Flurnamen sind traditionelle Bezeichnungen für kleinräumige Landschafts- und Geländeteile wie Wiesen, Wälder, Berghänge oder Felder. Sie sind oft nur innerhalb einer Gemeinde bekannt und erzählen viel über die Geschichte, die Sprache und die frühere Nutzung einer Landschaft. Nicht selten finden sich diese historischen Bezeichnungen auch in heutigen Strassen- oder Quartiernamen wieder.

Im Rahmen der amtlichen Vermessung wurden die Flurnamen und ihre geografischen Abgrenzungen offiziell erfasst. Die Schreibweise und Festlegung der Namen erfolgte nach Anhörung der Gemeinden durch die vom Regierungsrat eingesetzte Nomenklaturkommission.

Nach den verfügbaren Quellen und der amtlichen Nomenklatur gehören unter anderem folgende Flurnamen zu Hochwald:

  • Beggehus / Uf der Hollen
  • Bürenfluh
  • Bürenholle
  • Chesslet
  • Dornacherstrasse (historischer Flurname als Gebiet)
  • Eichenberg
  • Geissacker
  • Glasrüti
  • Gotthard
  • Herrenmatt
  • Hinter der Linde
  • Hollen
  • Höfli
  • Kirchmatt
  • Kirchrain
  • Laubigarten
  • Lohweg
  • Meierisi
  • Munimatt
  • Nättenberg
  • Oberdorf
  • Oberdorfstrasse
  • Radacker
  • Ritg
  • Seewenweg
  • Steingrübeli
  • Stocken
  • Stockenweidli
  • Tiefenthal
  • Uf der Hollen
  • Wüestmättli
  • Ziegelschüren
  • Zollfichten

Hochwald verfügt über weit mehr amtliche Flurnamen. Das vollständige Verzeichnis umfasst zahlreiche kleinere Gewanne und historische Bezeichnungen, die im Solothurnischen Orts- und Flurnamenbuch sowie in der amtlichen Nomenklatur des Kantons erfasst sind.

Der schwarze Tag von Hochwald

Flugzeugabsturz Hochwald

Bilder: Keystone

Flugzeugabsturz Hochwald

Die Flugzeugkatastrophe vom 10. April 1973 und ihre Folgen für Dorf und Region

Am 10. April 1973 stürzte um 10.13 Uhr beim Weiler Herrenmatt eine britische Vickers Vanguard 952 der Invicta International Airlines ab. Die Maschine befand sich auf dem Flug von Bristol nach Basel, als die Piloten wegen heftigen Schneetreibens und dichter Wolken die Orientierung verloren. Beim missglückten Durchstartmanöver streifte das Flugzeug südlich der Herrenmatt die Baumkronen, überschlug sich und prallte auf einen verschneiten Waldhang.

Flugzeugabsturz Hochwald

108 der 145 Menschen an Bord kamen ums Leben. Unter den Opfern befanden sich zahlreiche Frauen und Kinder aus der Region Axbridge im Südwesten Englands. 37 Personen überlebten den Absturz, einige schwer verletzt. Der geplante Tagesausflug nach Basel und Luzern endete in einer Tragödie.

Die Rettungsarbeiten wurden durch meterhohen Schnee, Nebel und eisige Temperaturen massiv erschwert. Die Feuerwehr Hochwald unter Kommandant Hansruedi Vögtli und Leutnant Werner Vögtli-Kräuchi sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer aus dem Dorf leisteten unter schwierigsten Bedingungen Aussergewöhnliches. Verletzte wurden aus den Trümmern geborgen, in den Häusern der Herrenmatt versorgt und anschliessend in Spitäler gebracht.

Denkmal Flugzeugabsturz Hochwald

Für die Bevölkerung von Hochwald blieb dieses Ereignis unvergessen. Viele Helferinnen und Helfer waren und sind durch das Erlebte tief geprägt. Gleichzeitig entstanden nach der Katastrophe enge und langjährige Beziehungen zwischen den Menschen aus Hochwald, der Region und den betroffenen Familien in England.

Gedenkfeiern und Anlässe nach dem Unglück

Seit 1974 erinnern Gedenkfeiern und die Gedenkstätte bei der Absturzstelle an die Opfer des Unglücks. Bis heute verbindet die Erinnerung an den 10. April 1973 Hochwald mit den Menschen aus Axbridge und den umliegenden Gemeinden.

Ehrenmedaille für Marlene Vögtli

Engagement über Jahrzehnte: Ehrenmedaille für Marlene Vögtli

Nach dem Flugzeugunglück von Hochwald 1973 entstanden nicht nur Erinnerungen an eine Tragödie, sondern auch langjährige menschliche Verbindungen. Besonders verdient machte sich die Hochwälderin Marlene Vögtli. Dank ihrer Englischkenntnisse unterstützte sie ab 1974 die Überlebenden und Angehörigen der Opfer bei Besuchen, Gedenkfeiern und der Kommunikation mit den Behörden.

Über Jahrzehnte blieb sie Ansprechperson für viele Familien aus England, pflegte persönliche Kontakte und trug wesentlich dazu bei, die Verbundenheit zwischen Hochwald und den betroffenen Gemeinden im Südwesten Englands zu bewahren.

Für dieses aussergewöhnliche Engagement und ihre langjährige Unterstützung britischer Staatsangehöriger wurde Marlene Vögtli 2026 mit der «British Empire Medal» ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt ihren selbstlosen Einsatz für die Überlebenden und Angehörigen der Flugzeugkatastrophe von 1973.