Vom Strassendorf zur modernen Wohngemeinde
Die Siedlungsgeschichte von Hochwald ist eng mit der Lage auf dem Gempenplateau und den natürlichen Gegebenheiten der Landschaft verbunden. Bereits frühe Funde deuten auf eine sehr alte Besiedlung hin, und über Jahrhunderte entwickelte sich das Dorf als typisches Strassendorf in einer geschützten Geländemulde.

Bild: Einbettung der Dorfsiedlung heute mit Blick von der Ziegelschüren (Foto: Linda Dagli Orti)
Frühe Siedlungsanfänge
Archäologische Funde in der Nähe der Ziegelschüren weisen auf eine germanische Siedlung bereits im 5. Jahrhundert hin. Bis ins 19. Jahrhundert prägten einfache Holzbauten das Dorfbild, weshalb auch immer wieder von Dorfbränden berichtet wird. Die Anfänge gehen vermutlich auf einen Dinghof zurück. Die Lage in der fruchtbaren, aber feuchten Mulde bot Schutz, aber auch enge räumliche Bedingungen. Landwirtschaft und einfache Wohnverhältnisse prägten die frühen Strukturen des Dorfes.
Bild: Karte des Eidg. Staatsbureau von 1877
Das Strassendorf entsteht
Die topografische Lage in der langgezogenen Mulde führte zur Entwicklung eines kompakten Strassendorfs. Die Häuser wurden eng zusammengebaut, um wertvolles Kulturland zu schonen und sich gleichzeitig vor Wind und Wetter zu schützen. Viele Bauernhäuser aus dem 19. Jahrhundert prägen das Ortsbild bis heute. Die Karte von 1877 zeigt Hochwald bereits klar als Strassendorf in der langgezogenen Mulde. Die Bebauung konzentrierte sich auf wenige Gebäude entlang der Hauptachse sowie auf zwei lockere Seitenarme (Hinter der Linde sowie Oberdorfstrasse/Chilchenrain). Die meisten heute prägenden Bauernhäuser stammen aus dem 19. Jahrhundert und wurden als kompakte Natursteinbauten errichtet. Wohnteil, Stall und Scheune lagen unter einem Dach – typisch für das sogenannte Dreisässenhaus.
Bild: Strassendorf mit den beiden Seitenarmen
Das «Höfli» als Beispiel ländlicher Entwicklung
Am Nättenberg stand bis Mitte des 20. Jahrhunderts das sogenannte Höfli als einer der wenigen Höfe auf der Hochfläche. Es steht exemplarisch für die frühe, dünn besiedelte Landwirtschaftslandschaft. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts verdichtete sich die Bebauung entlang der bestehenden Strukturen. Neue Bauernhöfe und Wohnhäuser entstanden, während die landwirtschaftliche Nutzung weiterhin das Dorf prägte. Erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts begann eine stärkere bauliche Entwicklung über den historischen Kern hinaus.
Die Siedlungsform blieb dabei stets eng mit der Landschaft verbunden: Die Mulde bot Schutz vor Wind und Regen, während die knappen fruchtbaren Böden eine kompakte Bauweise förderten, die bis heute das Ortsbild von Hochwald prägt.
Bild: Nättenberg 1957 mit Höfli, Steingrube und Schopf von Frau Homola (Flugaufnahme: Gabriel Tomek)
Mit der zunehmenden Bautätigkeit nach 1950 und der späteren Ortsplanung ab den 1970er-Jahren wurde die Entwicklung gezielt gesteuert. So entstand Schritt für Schritt die heutige Siedlungsstruktur von Hochwald zwischen gewachsenem Dorfkern und moderner Wohnnutzung.
Bild: Hochwald heute, Geoportal Kanton Solothurn
Geografische Lage
Hochwald liegt im südlichen Teil des Tafeljuras auf dem Gempenplateau und bildet den Übergang zum Faltenjura. Die weitläufigen Hochflächen aus Kalkgestein prägen die Landschaft und beeinflussen seit jeher die landwirtschaftliche Nutzung.
Charakteristisch für die Region sind ihre vielfältigen Naturformen wie Höhlen, Dolinen, Trockentäler und markante Felsflühe. Zu den bekanntesten Naturdenkmälern zählen die Kristallhöhle sowie die imposanten Flühe rund um das Dorf, darunter die Falkenflue und die Bürenflue.
Der Gemeindebann wird im Westen von der Falkenflue, im Osten von der Bürenflue, im Norden durch den Anstieg Richtung Gempen und im Süden durch den Übergang nach Seewen begrenzt. Die erhöhte Lage auf dem Dorneckberg bietet zudem eindrucksvolle Ausblicke bis zu den Innerschweizer und Berner Alpen.

Bild: Hochwald mit Faltenjura im Hintergrund (Foto: Linda Dagli Orti)
Hochwald in Zahlen
Einwohnergemeinde
| Haushaltungen | 540 | ||
| EinwohnerInnen | 1'279 | ||
| Lage | 624 m.ü.M. | ||
| Gemeindebann | 836 ha, davon | ||
| Waldfläche | 367 ha | ||
| Bürgergemeinde | Bürgerland | 220 ha | |
| davon Wald | 150 ha | ||
| Bürger | 1222 | ||
| ansässig | 304 | ||
| auswärts | 918 | ||
Flurnamen
Flurnamen sind traditionelle Bezeichnungen für kleinräumige Landschafts- und Geländeteile wie Wiesen, Wälder, Berghänge oder Felder. Sie sind oft nur innerhalb einer Gemeinde bekannt und erzählen viel über die Geschichte, die Sprache und die frühere Nutzung einer Landschaft. Nicht selten finden sich diese historischen Bezeichnungen auch in heutigen Strassen- oder Quartiernamen wieder.
Im Rahmen der amtlichen Vermessung wurden die Flurnamen und ihre geografischen Abgrenzungen offiziell erfasst. Die Schreibweise und Festlegung der Namen erfolgte nach Anhörung der Gemeinden durch die vom Regierungsrat eingesetzte Nomenklaturkommission.
Nach den verfügbaren Quellen und der amtlichen Nomenklatur gehören unter anderem folgende Flurnamen zu Hochwald:
- Beggehus / Uf der Hollen
- Bürenfluh
- Bürenholle
- Chesslet
- Dornacherstrasse (historischer Flurname als Gebiet)
- Eichenberg
- Geissacker
- Glasrüti
- Gotthard
- Herrenmatt
- Hinter der Linde
- Hollen
- Höfli
- Kirchmatt
- Kirchrain
- Laubigarten
- Lohweg
- Meierisi
- Munimatt
- Nättenberg
- Oberdorf
- Oberdorfstrasse
- Radacker
- Ritg
- Seewenweg
- Steingrübeli
- Stocken
- Stockenweidli
- Tiefenthal
- Uf der Hollen
- Wüestmättli
- Ziegelschüren
- Zollfichten
Hochwald verfügt über weit mehr amtliche Flurnamen. Das vollständige Verzeichnis umfasst zahlreiche kleinere Gewanne und historische Bezeichnungen, die im Solothurnischen Orts- und Flurnamenbuch sowie in der amtlichen Nomenklatur des Kantons erfasst sind.