Flugzeugabsturz 1973

Der schwarze Tag von Hochwald

Flugzeugabsturz Hochwald

Bilder: Keystone

Flugzeugabsturz Hochwald

Die Flugzeugkatastrophe vom 10. April 1973 und ihre Folgen für Dorf und Region

Am 10. April 1973 stürzte um 10.13 Uhr beim Weiler Herrenmatt eine britische Vickers Vanguard 952 der Invicta International Airlines ab. Die Maschine befand sich auf dem Flug von Bristol nach Basel, als die Piloten wegen heftigen Schneetreibens und dichter Wolken die Orientierung verloren. Beim missglückten Durchstartmanöver streifte das Flugzeug südlich der Herrenmatt die Baumkronen, überschlug sich und prallte auf einen verschneiten Waldhang.

Flugzeugabsturz Hochwald

108 der 145 Menschen an Bord kamen ums Leben. Unter den Opfern befanden sich zahlreiche Frauen und Kinder aus der Region Axbridge im Südwesten Englands. 37 Personen überlebten den Absturz, einige schwer verletzt. Der geplante Tagesausflug nach Basel und Luzern endete in einer Tragödie.

Die Rettungsarbeiten wurden durch meterhohen Schnee, Nebel und eisige Temperaturen massiv erschwert. Die Feuerwehr Hochwald unter Kommandant Hansruedi Vögtli und Leutnant Werner Vögtli-Kräuchi sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer aus dem Dorf leisteten unter schwierigsten Bedingungen Aussergewöhnliches. Verletzte wurden aus den Trümmern geborgen, in den Häusern der Herrenmatt versorgt und anschliessend in Spitäler gebracht.

Denkmal Flugzeugabsturz Hochwald

Für die Bevölkerung von Hochwald blieb dieses Ereignis unvergessen. Viele Helferinnen und Helfer waren und sind durch das Erlebte tief geprägt. Gleichzeitig entstanden nach der Katastrophe enge und langjährige Beziehungen zwischen den Menschen aus Hochwald, der Region und den betroffenen Familien in England.

Gedenkfeiern und Anlässe nach dem Unglück

Seit 1974 erinnern Gedenkfeiern und die Gedenkstätte bei der Absturzstelle an die Opfer des Unglücks. Bis heute verbindet die Erinnerung an den 10. April 1973 Hochwald mit den Menschen aus Axbridge und den umliegenden Gemeinden.

Ehrenmedaille für Marlene Vögtli

Engagement über Jahrzehnte: Ehrenmedaille für Marlene Vögtli

Nach dem Flugzeugunglück von Hochwald 1973 entstanden nicht nur Erinnerungen an eine Tragödie, sondern auch langjährige menschliche Verbindungen. Besonders verdient machte sich die Hochwälderin Marlene Vögtli. Dank ihrer Englischkenntnisse unterstützte sie ab 1974 die Überlebenden und Angehörigen der Opfer bei Besuchen, Gedenkfeiern und der Kommunikation mit den Behörden.

Über Jahrzehnte blieb sie Ansprechperson für viele Familien aus England, pflegte persönliche Kontakte und trug wesentlich dazu bei, die Verbundenheit zwischen Hochwald und den betroffenen Gemeinden im Südwesten Englands zu bewahren.

Für dieses aussergewöhnliche Engagement und ihre langjährige Unterstützung britischer Staatsangehöriger wurde Marlene Vögtli 2026 mit der «British Empire Medal» ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt ihren selbstlosen Einsatz für die Überlebenden und Angehörigen der Flugzeugkatastrophe von 1973.