Natur & Umwelt
Hochwald liegt im südlichen Teil des Tafeljuras auf dem Gempenplateau und bildet den Übergang zum Faltenjura. Die weitläufigen Hochflächen aus Kalkgestein prägen die Landschaft und beeinflussen seit jeher die landwirtschaftliche Nutzung. Der Gemeindebann wird im Westen von der Falkenflue, im Osten von der Bürenflue, im Norden durch den Anstieg Richtung Gempen und im Süden durch den Übergang nach Seewen begrenzt. Die erhöhte Lage auf dem Dorneckberg bietet zudem eindrucksvolle Ausblicke bis zu den Innerschweizer und Berner Alpen.

Bild: Eine der rund 50 aufgewerteten Hecken auf dem Gemeindebann (Foto: Linda Dagli Orti)
Unsere Natur
Vielfältige Landschaft mit wertvollen Lebensräumen
Hochwald ist geprägt von einer abwechslungsreichen Natur- und Kulturlandschaft. Das Dorf liegt in einer Kaltluftmulde, wodurch sich besondere klimatische Bedingungen ergeben. Die unterschiedlichen Böden – von kalkreichen Hochflächen bis zu feuchteren Mulden – bieten vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere.
Naturinventar als Grundlage für den Naturschutz
1994 liess die Einwohnergemeinde ein Naturinventar erstellen. Es dokumentiert ökologisch wertvolle Lebensräume und Einzelobjekte und bildet die Grundlage für Naturschutz, Pflege und Raumplanung. Erfasst wurden unter anderem artenreiche Wiesen, Hecken, Feuchtgebiete, Streuobstbestände, Gewässer, Quellen sowie markante Einzelbäume.
Blumenwiesen und Orchideen
Besonders wertvoll sind die artenreichen Wiesen und Weiden, vor allem entlang der Geländekante Rotenrain–Steigmatt–Holle. In den Gebieten Nauen und Wenstel wachsen sogar verschiedene Orchideenarten – ein Zeichen für eine intakte Natur.
Hecken – Lebensadern der Landschaft
Mit rund 50 inventarisierten Hecken besitzt Hochwald eines der charakteristischen Landschaftselemente des Dorneckbergs. Sie bieten zahlreichen Pflanzen, Vögeln, Insekten und Kleintieren Nahrung, Schutz und Lebensraum und prägen das traditionelle Landschaftsbild bis heute.
Das Heckenprojekt Hochwald dient dem langfristigen Erhalt und der ökologischen Aufwertung von über 100 Feldgehölzen und Hecken, die als wertvolle Lebensräume und Vernetzungsachsen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dienen. Die Gemeinde investiert gezielt in deren fachgerechte Pflege und sichert so die Biodiversität nachhaltig.
Streuobstwiesen – wertvolle Kulturlandschaft
Streuobstbestände mit Hochstammbäumen waren einst typisch für Hochwald. Heute sind sie deutlich seltener geworden. Erhalten geblieben sind besonders schöne Bestände in Leimen, Glasrüti sowie bei den Höfen Obere Tüfleten und Herrenmatt. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten und prägen das Landschaftsbild.
Naturnahe Waldränder
Waldränder bilden den Übergang zwischen Wald und offener Landschaft und zählen zu den artenreichsten Lebensräumen. Wo sie naturnah gepflegt werden, bieten sie zahlreichen Pflanzen und Tieren wertvolle Rückzugs- und Vernetzungsräume.
Markante Einzelbäume mit Geschichte
Zu den Naturdenkmälern Hochwalds gehören mehrere geschützte Linden und Eichen. Besonders eindrücklich ist die mächtige Eiche in der Oberen Tüfleten, deren Alter auf mehrere Jahrhunderte geschätzt wird. Sie gilt als Wahrzeichen und ist eng mit der Dorfgeschichte verbunden.
Von der Geologie
400 Millionen Jahre Erdgeschichte in Hochwald
Die Landschaft von Hochwald entstand über einen Zeitraum von rund 400 Millionen Jahren. Unter dem Dorf liegt ein uraltes Grundgebirge aus Granit und Gneis, darüber mächtige Kalk- und Sedimentschichten, die während der Jurazeit in einem tropischen Flachmeer abgelagert wurden.
Hochwald im Juragebiet
Vor 200 bis 135 Millionen Jahren lag Hochwald am Rand eines Korallenriffes im Jurameer. Später formten Hebungen, Verwerfungen und Erosion den heutigen Tafeljura. Eine markante Verwerfung westlich des Dorfes prägt das Landschaftsbild bis heute und beeinflusst Böden und Geländeformen.
Höhlen und Karstlandschaft
Der kalkreiche Untergrund ist von einem weit verzweigten Höhlensystem durchzogen. Regenwasser löst den Kalk über Jahrtausende auf und schafft Höhlen, Dolinen und unterirdische Wasserläufe. Diese typischen Karstformen prägen die Landschaft rund um Hochwald.
Das Milchlöchli
Das Milchlöchli ist die zweitlängste Höhle des nordwestschweizerischen Juras. Die rund 400 Meter lange Schachthöhle am Eichenberg ist von zahlreichen Sagen umgeben und gehört zu den bekanntesten Naturdenkmälern der Gemeinde.
Kristall- und Tropfsteinhöhlen
1972 wurde im Steinbruch bei Hochwald eine spektakuläre Kristallhöhle mit eindrucksvollen Kristallen und Tropfsteinen entdeckt. Eine weitere Höhle am Tüfletenberg beeindruckt durch ihre gut erhaltenen Tropfsteinformationen. Beide Höhlen stehen unter Schutz und sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Steinbrüche
Zwei Steinbrüche zeugen von der früheren Nutzung des hochwertigen Kalkgesteins. Der grössere Steinbruch wurde bis 1996 betrieben und soll heute schrittweise renaturiert werden.
Quellen und Grundwasser
Da das Regenwasser im Kalkgestein rasch versickert, gibt es auf dem Hochplateau kaum oberirdische Gewässer. Stattdessen fliesst das Wasser durch unterirdische Karstsysteme und tritt erst in tiefer gelegenen Tälern wieder als Quelle ans Tageslicht – unter anderem im Gebiet der Tüfleten und beim Hutzmebrunnen.